Manchmal dauert es lange, bis ein Projekt Realität wird, obwohl eigentlich alle Rahmenbedingungen stimmen. Schließlich liegt ein ambitionierter Entwurf vor, der sich mit der Gründerzeitarchitektur des Quartiers auseinandersetzt und gleichzeitig alles auslotet, was räumlich im Hinblick auf die nachbarlichen Belange möglich ist. Ein aus unserer Sicht sehr angenehmer Stadtbaustein, der sich gut in die Umgebung einfügt. Realisierung durch einen Bauträger.
Nach den Kriegszerstörungen 1944/45 wurden die Grundstücke entlang der Walfischgasse neu geordnet. Ein Rahmenplan der Stadt Ulm legte für die 20m tiefen Grundstücke eine traufseitige Bebauung mit rückwärtigen niedrigeren Anbauten fest. Unsere Planungen auf dieser Grundlage blieben trotz der Entwicklung von zahlreichen Varianten letztlich unbefriedigend. Ein radikaler Schritt brachte die Lösung. Entgegen des Rahmenplans entwarfen wir ein kräftiges giebelständiges Wohngebäude, das nicht nur zur Walfischgasse eine markante Fassade entwickelt, sondern auch nach Norden zu einem neugestalteten Platzraum, dem „Irrgängle“.
Johannes Sessing, Max Stemshorn Realisierung Dipl.-Ing. Eberhard Gross
Die Oberschaffnei in Ehingen wurde um 1687 für das Benediktinerinnenkloster Urspring bei Blaubeuren errichtet. Das stattliche Gebäude wurde 2014-2016 zu einem Bürgerhaus umgebaut und umfassend saniert. Der Bau sollte dabei eine barrierefreie Erschließung erhalten und auch im Hinblick auf den Brandschutz ertüchtigt werden. Um möglichst wenig in das denkmalgeschützte Haus einzugreifen wurde ein neues Treppenhaus neben dem denkmalgeschützten Bestand errichtet. Die Architektur dieses Anbaus aus Sichtbeton und Glas setzt sich klar von der barocken Fassade der Oberschaffnei ab.
Das Sanierungsprojekt wurde im Rahmen des Auszeichnungsverfahrens Beispielhaftes Bauen der Architektenkammer Baden-Württemberg 2019 prämiert.
Planung Johannes Sessing, Anja Stemshorn
Realisierung Dipl.-Ing. Anja Stemshorn BDA
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Die Planung des Neubaus ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs, den wir gewonnen hatten. Auf dem prominenten Grundstück entstehen großzügige Flächen für Gastronomie im Erdgeschoss, Büroräumlichkeiten im ersten Obergeschoss und rund 20 Wohneinheiten. Das Gebäude zeigt sich zurückhaltend mit traditionell verputzten Lochfassaden über einem kräftigen Sockel. Durch eine Übereck-Verglasung, die sich aus der regelmäßigen Reihung großzügiger Fensteröffnungen entwickelt, setzt es einen stadträumlichen Akzent an der wichtigen Ecke Petrusplatz – Marienstraße – Augsburger Straße.
Die Planung des Neubaus ist das Ergebnis eines
Architektenwettbewerbs, den wir gewonnen hatten. Um einen Innenhof gruppieren
sich knapp 30 Wohnungen. Im Erdgeschoss ist eine gastronomische Nutzung sowie
ein Bürgersaal vorgesehen. Die Fassaden greifen Motive benachbarter Gründerzeitbauten auf, wodurch sich die
Architektur trotz der beachtlichen Baumasse harmonisch in das Stadtquartier
einfügt.
Anstelle von Baracken und Nebengebäuden der ehemaligen Kofferfabrik
„Eckhart“ wurde eine neue Wohn- und Bürobebauung entwickelt. Die städtebauliche
Konzeption sah die Ergänzung einer älteren Grenzbebauung im Hof vor sowie als
Abschluss der vorhandenen Blockrandbebauung einen schlanken 7-geschossigen
Wohnturm. Dadruch erhielt der Blockinnenbereich plötzlich eine visuelle und
räumliche Verbindung zu den baumbestandenen Uferzonen der Blau. In
unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und direkt am Wasser der Blau ist eine elegante
Wohnarchitektur entstanden, die in ihren Formen an der italienischen Moderne
der 1930er Jahre anknüpft. Möglich wurde dies durch ein anspruchsvolles
städtebauliches Verfahren verbunden mit einer Grundstücksneuordnung.
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Aus baurechtlichen Gründen konnte an Stelle eines in den
1950er Jahren entstandenen Einfamilienhauses ein auf den ersten Blick nur
bescheidener Neubau realisiert werden. Geschickt wurde jedoch die Hangsituation
ausgenutzt und im Tiefgeschoss ein weiteres vollständiges Wohngeschoss
realisiert, das sich zum Garten öffnet. Ein Eingangshof mit einer offenen
Pfeilerhalle, das Entrée des Hauses, empfängt den Besucher auf dem
Straßenniveau. Die Pfeilerhalle gewährt einen schönen Ausblick auf den tiefer
liegenden Garten, der aufgrund des alten Baumbestands und des Schwimmteichs
eine besondere Qualität hat.
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Auf einem kleinen Grundstück im Ulmer Sanierungsgebiet
„Dichterviertel“ westlich des Hauptbahnhofs wurde ein sechsgeschossiges Wohn-
und Geschäftshaus mit Tiefgarage entwickelt. Dieses setzt einen neuen Maßstab
für die bauliche Entwicklung des umliegenden Innenstadtquartiers.
Fenster und Wandpfeiler sind zu kraftvollen Fassadenbändern
zusammengefasst, die aus der seriellen Addition heraus über das spitze
Gebäudeeck eine Motivik entwickeln, die entfernt an gründerzeitliche
Erkerarchitektur erinnert. Das Erdgeschoss des Neubaus beherbergt eine
gastronomische Nutzung. In den darüber liegenden Geschossen befinden sich neun
Wohneinheiten mit jeweils drei Zimmern.
Das Grundstück an der Bleichstraße war ehemals mit einem
eingeschossigen und gewerblich genutzten Gebäude überbaut. Der neuentstandene
Baukörper greift die umgebende Kubatur auf, reiht sich in die Straßenflucht ein
und komplettiert den angrenzenden Blockrand.
Baurechtlich ermöglicht wurde das Bauwerk durch einen von uns
ausgearbeiteten vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der auf die Architektur dieses
Gebäudes zugeschnitten war.
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Ein Haus in einer eher traditionellen italienisch anmutenden Formensprache – das war der Wunsch der Grundstückseigentümer. Die Wohnräume befinden sich in dem zweigeschossigen Hauptgebäude, die angegliederten Büroräume liegen in einem eingeschossigen Anbau, der das Hauptgebäude umgreift und in einer offenen Vorhalle mündet. Entstanden ist eine elegante Villa, die in Ihren Fassaden und Kolonnaden an repräsentative Wohnbauten der Vormoderne um 1910 erinnert.
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Schulerweiterung, Mensa und Jugendhaus. Und das alles nicht nur in einem Gebäude, sondern konzeptionell miteinander verflochten. Das war die Aufgabe bei diesem Modellprojekt für Erziehung, Bildung und Betreuung. Unsere Antwort darauf war eine freie Komposition von in den Grünraum ausgreifenden Wandscheiben. Entstanden sind Räume mit überraschenden Aus- und Einblicken. Eine offene Architektur: Offen für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Offen auch für Nutzungen, die wir erst morgen kennen werden. Und offen für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtviertel, die Anschluss suchen, sich treffen wollen, oder gerne an Jugendprojekten mitmachen. Die räumliche Konzeption bis hin zur Farbgestaltung erfolgte unter Einbeziehung der Jugendlichen.
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Im 19.Jh. wurde in Ulm das spätgotische Neutor, das den Zugang zur Altstadt markierte, abgerissen. Dieser wichtige Altstadtzugang war bis in die Gegenwart städtebaulich nicht mehr klar definiert. Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens wurde unser Entwurf der weiteren Planung zugrunde gelegt. In Anlehnung an die gewaltige Baumasse des historischen Tortums hatten wir einen turmartigen Baukörper entwickelt. Die Fassaden bestehen aus mit Naturstein verkleideten Pfeilerreihen, zwischen denen Glaselemente eingefügt sind.
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Die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Häuser der Ulmer Stadtsoldaten auf der Stadtmauer am Henkersgraben wurden nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg teilweise in den Formen der 1950er Jahre wieder aufgebaut. Einige Grundstücke, darunter das Baugrundstück, waren so schmal, dass sie nicht wieder bebaut wurden.
Für den nur vier Meter breiten Geländestreifen wurde ein 22 Meter langes Wohnhaus konzipiert. Der schlanke Kubus orientiert sich in seiner Höhe an einem angrenzenden historischen Torbogen. Über dem durch vertikale Schlitze belichteten anthrazitgrauen Riegel schwebt, abgelöst durch ein Glasband, das von der Denkmalpflege geforderte Giebeldach.
Der Dachraum, der einen allseits verglasten Wohn-Essraum birgt, öffnet sich auf eine uneinsehbare Dachterrasse. Die Schlafräume liegen im Geschoss darunter und öffnen sich über eine Galerie zu der fast vier Meter hohen Eingangshalle.
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Auf kleinstem Grund entstand im Hof eines im letzten Krieg zerstörten Patrizierhauses ein kleiner hölzerner Neubau. Die zweigeschossige elegante Loggia erinnert an die hölzernen Laubengänge alter Ulmer Bürgerhäuser. Und sie greift in ihrer Raumtiefe Prinzipien diaphaner Wandschichtung auf, wie sie auch das in unmittelbarer Nachbarschaft aufragende spätgotische Ulmer Münster kennzeichnet. Noch erhaltene Reste einer kleinen Orangerie nebenan wurden saniert und werden jetzt als kleines Tagescafé genutzt.